Anerkennung und Anrechnung im Kontext der Akkreditierung

Dies ist ein Beitrag einer anderen Institution. Er wurde zuerst auf dieser Webseite publiziert.

Quelle: HRK nexus,

Anerkennung und Anrechnung im Kontext der (System-)Akkreditierung
Deutsche Hochschulen haben fast flächendeckend Verfahren für die Anerkennung hochschulisch und die Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen entwickelt und eingeführt. Diese wurden oftmals in Folge der Akkreditierung in das Qualitätsentwicklungssystem der Hochschulen integriert. Mit dem Inkrafttreten des Studienakkreditierungsstaatsvertrages haben sich unterschiedliche Fragestellungen ergeben: Inwiefern stellt die Neuregelung der Akkreditierung eine Chance oder ein Risiko für die Verbesserung von Anrechnung und Anerkennung dar? Welche Rolle spielen Verbünde bei Qualitätsentwicklung und Akkreditierung? Dazu diskutierten Expertinnen und Experten am 26. und 27. September im Rahmen der Fachtagung „Anerkennung und Anrechnung im Kontext der (System-)Akkreditierung“ des HRK-Projektes „nexus – Übergänge gestalten, Studienerfolg verbessern“ in Zusammenarbeit mit der Johannes Gutenberg-Universität und dem Hochschulevaluierungsverbund Süd-West e. V. in Mainz.
Weg vom Formalismus hin zum Dialog
Vertreter aus Hochschulen, Agenturen und Akkreditierungsrat eröffneten in einem impulsgebenden Dialog die Veranstaltung. Im weiteren Verlauf beleuchteten Workshops das Tagungsthema aus Leitungs-, Fächer- und Verwaltungsperspektive.
Die Diskussion machte deutlich, dass Qualitätsmanagement im Zusammenhang mit Akkreditierung immer Kommunikation bedeutet. So kommunizierten Hochschulen in Verbünden intensiver und handelten oft progressiver. Bereits zu Beginn der Partnerschaften müsse dabei die Qualitätssicherung eine zentrale Rolle einnehmen. Die Form der Qualitätssicherung hat sich zudem mit der Neufassung des Akkreditierungsverfahrens gewandelt, so betonte Prof. Dr. Reinhold Grimm, Vorsitzender des Akkreditierungsrates, dass Akkreditierungsverfahren nicht mehr als Abhaken einer Checkliste verstanden werden sollten, sondern als Qualitätsentwicklung im Dialog. Den Teilnehmern erscheint die Akkreditierung nach der Neuordnung insgesamt in einem günstigeren Licht, da sie einen größeren Spielraum verschaffe.
Verbünde unterstützen die Qualitätsentwicklung
Verschiedene Formen von Hochschulverbünden unterstützen die Qualitätsentwicklung. Das reicht von übergeordneten Netzwerken über kleinere Kooperationen mit wenigen Akteuren für spezielle Themen bis hin zur Zusammenarbeit bei Qualitätssicherung und Anerkennung in gemeinsamen Studiengängen. Die Verbünde sollten nach Ansicht der Teilnehmer mit einer ausreichenden Anzahl von Mitarbeitern in den Hochschulen verankert sein, die Anzahl der Hochschulen im Verbund dürfe jedoch nicht zu groß sein, um wirken zu können. Barbara Michalk, Leiterin des Referats „Hochschulbildung in Deutschland und Europa“ der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), hob die Wichtigkeit der Zielsetzung hervor, je nachdem seien unterschiedliche Beteiligungen aus den Hochschulen erforderlich.
Kompetenzorientierung als gemeinsamer Nenner
Prof. Dr. Uwe Schmidt, Leiter des Zentrums für Qualitätssicherung und -entwicklung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, formulierte, dass die Kompetenzorientierung im Akkreditierungsprozess nicht hinreichend operationalisiert sei, Kompetenzorientierung als Währung für Anrechnung und Anerkennung jedoch eine wichtige Grundlage bilde.
Die Anrechnung von außerhochschulischen Leistungen und Kompetenzen stelle ein größeres Problem dar als die Anerkennung hochschulischer, da die Übergänge zwischen unterschiedlichen Bildungssystemen besondere Hürden darstellen, so der Tenor. Damit Anrechnung besser funktioniere, müsse die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und den Akteuren der Berufsausbildung vertieft werden, forderte Prof. Dr. Mechthild Dreyer, Vorsitzende des Hochschulevaluierungsverbundes Süd-West.
Zahlreiche Teilnehmer waren sich einig, dass durch die Tagung bei vielen anwesenden Hochschulvertretern das Problembewusstsein für Anerkennung und Anrechnung im Kontext der Akkreditierung gestiegen ist. Es bestand Einigkeit, dass an diesem Thema weiter gearbeitet werden müsse.
Publikationen von nexus zum Thema:

  • Handreichung Anrechnung an Hochschulen
  • Anerkennungsleitfaden
  • Impuls ESG

Weitere Informationen:
In Kürze finden Sie hier die Tagungsdokumentation zur Expertentagung „Anerkennung und Anrechnung im Kontext der (System-)Akkreditierung“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Original-URL: https://www.hrk-nexus.de/aktuelles/news/detailansicht/meldung/anerkennung-und-anrechnung-im-kontext-der-akkreditierung-4632/