Entwicklungsperspektiven für den tertiären Bildungsraum

Wie soll sich der Hochschulbereich der Schweiz in den kommenden Jahren entwickeln? Welche Herausforderungen sind zu berücksichtigen und auf welche Fragen sind noch Antworten zu finden?

Derzeit werden bei den zuständigen Ämtern und Institutionen die Grundlagen für die Botschaft zur nächsten Förderperiode erarbeitet, die von 2017–2020 dauert und die aktuelle Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2013–2016 ablöst. Zwei Akteure haben in den letzten Wochen hierzu ihre Überlegungen dargelegt:

  • Der Schweizerische Wissenschafts- und Innovationsrat (SWIR) hat einen Bericht mit Empfehlungen publiziert: «Die Tertiärstufe des Schweizer Bildungssystems». Darin empfiehlt er:
    • Eine vor allem in der Lehre komplementär profilierte Entwicklung von Höheren Fachschulen, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen, Eidgenössisch-technischen Hochschulen und kantonalen Universitäten sei anzustreben.
    • Eine Angleichung der verschiedenen Ausbildungstypen sei – so der SWIR – auch gegen europäische Tendenzen der Vereinheitlichung und Angleichung unbedingt abzulehnen.
    • Im Bereich von Forschung und Dienstleistung dagegen sei eine klare Zuweisung nach Hochschultypen weniger zielführend und unter Umständen auch hinderlich für produktive Konkurrenz.
  • In einer gemeinsamen Erklärung vom 19. Mai 2015 bestätigen und adaptieren das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) ihre erstmals im Jahr 2011 vorgelegten «Bildungspolitischen Ziele für den Bildungsraum Schweiz».
    • Neben Zielsetzungen für den obligatorischen Schulbereich bestätigen die beiden Akteure die Position, dass die gymnasiale Maturität den prüfungsfreien Zugang zur Universität langfristig garantieren soll.
    • Die Profile der Angebote der verschiedenen Hochschultypen sollen weiter geschärft werden, namentlich durch klare gegenseitige Abgrenzung und gleichzeitige Erhöhung der Durchlässigkeit.
    • Die Anzahl Studienabbrüche soll durch geeignete Massnahmen reduziert werden.
    • Die Durchlässigkeit im ganzen Bildungssystem soll durch Ein,- Um- und Wiedereinstiegsmöglichkeiten gefördert werden.
    • Die Berufs- und Studienwahl soll verbessert werden.

Diese Positionen werden – so darf heute schon vermutet werden – in der einen oder anderen Form in der Botschaft für die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation 2017–2020 wieder aufscheinen und auch mit konkreteren Massnahmen und Finanzzahlen hinterlegt sein.

Terminplan

Gemäss Terminplan überweis der Bundesrat die BFI-Botschaft 2017–2020 im 2. Quartal 2016 an das eidgenössische Parlament. Vorher wird der Entwurf im Herbst 2015 bei den Anspruchsgruppen vernehmlasst.

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