Stiftung für Bildungsinnovation gegründet

Macht Österreich der Schweiz vor, wie Innovation in der Bildung gefördert wird?

Seit dem 1. Januar 2017 hat Österreich eine speziell auf Innovationen im gesamten Bildungsbereich ausgerichtete Stiftung, die Innovationsstiftung für Bildung. Auf der Grundlage des InnovationstiftungsGesetz’ wird diese durch Mittel der öffentlichen Hand und durch private Geldgeber alimentiert, zum Anfang mit 50 Millionen Euro.

Mit der Stiftung sollen Transformationsprozesse im Bildungssystem und die Vernetzung von Akteueren im Bildungsbereich gefördert werden. Hierfür legt der Stiftungsrat alle drei Jahre die Förderschwerpunkte fest und beurteilt die eingereichten Projekte. Zudem wird eine Plattform Bildungsförderung eingerichtet, in welcher die vier grossen österreichischen Spezialisten für Forschungs- und Innovationsförderung die Antragsinteressierten informiert und die Innovationssstiftung bei der Abwicklung der Förderprogramme unterstützt.

Derzeit sind drei Aktionslinien formuliert:

  • Strategische Forschung zur Weiterentwicklung und Erneuerung des Bildungssystems
  • Transformation des Bildungssystems insbesondere mit den Schwerpunkten:
    • Bildung und Forschung
    • Wirtschaft und Bildung
    • Erschliessung des Bildungsmarktes
    • Integrierende Entwicklungsprojekte im Bereich «Forschung – Bildung – Innovation»
  • Bewusstseinsbildung

Im Sinne der Nachhaltigkeit der Projekte müssen an diesen zwingend Bildungseinrichtungen beteiligt sein. Die Stiftung wird von einem Stiftungsrat geleitet, dessen Mitglieder von den zwei Bundesministerien (jenem für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft und jenem für Bildung) nominiert werden. Den Vorsitz hat Dr. Stefan Zotti, der Geschäftsführer der OeAD GmbH inne.

Am 12. Mai 2017 fand der Erste Innovationsdialog für Bildung statt. 300 Teilnehmende haben sich über Projekte informiert, kritische Optimierungsvorschläge eingebracht und Hinweise auf förderungsbedürftige Felder gegeben. Eine Zusammenfassung der Ergebnisses der Veranstaltung ist angekündigt.

… und die Schweiz?

Mit der Innovationsstiftung für Bildung fördert nun auch Österreich den nationalen Bildungsbereich im Rahmen einer übergreifenden Plattform. In Deutschland sind in diesem Feld seit Jahren mehrere Akteure tätig, darunter der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft oder die Bertelsmann-Stiftung.

In der Schweiz sucht man Vergleichbares vergebens. So weist der Stiftungsreport 2016 für die Schweiz allein im Bereich Bildung 238 aktive Stiftungen aus (S. 10), und gemäss Stiftungsreport 2017 sind – mit anderer Zählweise – 3’292 Stiftungen im Feld von Bildung und Forschung aktiv (S. 8). Zudem ist – zumindest öffentlich – die vom Schweizerischen Wissenschaft- und Innovationsrat SWIR im Herbst 2015 lancierte Idee zur Gründung eines Stifterverbands für die Schweizer Forschung (in: «Akteurskonstellationen im Schweizer Bildungs-, Forschungs- und Innovationssystem», SWIR Schrift 3/2015, S. 41) weitgehend ohne Resonanz geblieben (vgl. den Beitrag des ZHE Zürich hierzu vom 6. März 2016).

Vielleicht wird dieser Vorschlag nun angesichts der Initiative in Österreich doch noch diskutier?. Das ZHE Zürich würde eine solche Initiative auf jeden Fall aktiv unterstützen.

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